Du musst tun, was ich sage". Der ZQP-Report bündelt fundiertes Wissen aus Wissenschaft und Praxis über Gewalt und Gewaltprävention in der Pflege. Insgesamt müsste sehr viel mehr Wert auf Beziehungspflege gelegt werden. 14.10.2012, Bild.de. Neben den Ergebnissen zweier ZQP-Befragungen bietet dieser ZQP-Report einen Überblick über ausgewählte Projekte und Onlineangebote. Näheres zur Arbeit des Landespräventionsrates, der unsere Initiative unterstützt, finden Sie unter www.lpr.nrw.de . Gewalt vorbeugen – Praxistipps für den Pflegealltag, Gewalt gegen pflegebedürftige Menschen verhindern, Aggression und Gewalt in der informellen Pflege – 2018. Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) bietet fundiertes Wissen und Tipps zur Prävention. Simon Eggert, ZQP Sicherlich gibt es in der häuslichen Pflege eine hohe Dunkelziffer der Gewalt, wie es eben auch viele Familien gibt, die heillos zerstritten sind und nicht in der Lage, Probleme aus eigener Kraft zu meistern. Skandalöse Zustände im Hamburger Vorzeigeheim, Pflegen und Wohnen. Dr. Ralf Suhr, ZQP Viele ziehen sich völlig zurück und lassen alles gleichgültig über sich ergehen. Insgesamt müsste sehr viel mehr Wert auf Beziehungspflege gelegt werden. Regelmäßige, psychologisch unterstützte Reflektionshilfen in der Praxis (Teamgespräche, Supervision u.ä. Prof. Dr. Dagmar Brosey, Technische Hochschule Köln Schon der Begriff Abhängigkeit beinhaltet einen gewissen Verlust von Selbstständigkeit. In Fachbeiträgen und Experteninterviews werden aktuelle Daten aufgezeigt, spezifische Handlungsfelder diskutiert sowie Empfehlungen zur Prävention und zum Umgang mit Gewalt in der Pflege gegeben. Dr. Patrick Schnapp, ZQP Paula e.V. In jedem Falle stellt die Pflegebedürftigkeit eines Familienmitglieds eine Belastung dar, die je nach Personen und Umständen einigermaßen gemeinverträglich gemeistert wird oder aber zu schlimmen Eskalationen führt. Man spricht hier auch von struktureller oder institutioneller Gewalt. In der Pflege hat man es mit Menschen zu tun, und zwar nicht mit gesunden, selbstständigen, sondern mit Menschen die sich alleine schon aufgrund des Umstandes, Hilfe zu benötigen, in einer angespannten Lage befinden. Fremdbestimmtheit kann man nicht automatisch mit Gewalttätigkeit gleichsetzen, vielmehr gilt es hier zu differenzieren, zwischen einer "notwendigen" Fremdbestimmtheit - wie sie in der Ersten Hilfe und Notfallmedizin z.B. Wer nie erfahren hat, wie es ist, sich nicht mehr selbst waschen zu können, jemanden rufen zu müssen der einen zur Toilette bringt und vieles andere mehr, kann sich kaum vorstellen, wie sich jemand fühlt, der bei alltäglichen Selbstverständlichkeiten Hilfe braucht. Andere versuchen sich noch ein Stück Selbstbestimmung zu bewahren und sei es nur, indem sie das Essen ausspucken, wenn es ihnen zu hastig anreicht wird oder indem sie um sich schlagen, wenn eine fremde Person sie anzufassen versucht. Sie fängt an, wenn einer sagt: "Du bist krank. Zur Gewaltprävention sind ein Problembewusstsein und fundiertes Wissen bei den relevanten Akteuren und Entscheidungsträgern, aber auch in der Gesellschaft notwendig. Den vollständigen Report können Sie kostenfrei herunterladen. Köln |, Beispiele für Gewalt in der Pflege finden Sie unter Berichte, Wiesbaden: Gewaltsame Mundpflege mit Folgen, 08.01.2013, FAZ. Nur so können Präventionsmaßnahmen wirksam dort ansetzen, wo sie notwendig sind. Die Gefahr, diese Überlegenheit gegenüber Schwächeren auszunützen ist um so größer, je problembeladener der Helfer selbst ist. Aggressionen können aber auch destruktiv sein und sich in Gewalt … Schließlich sind Menschen keine Versorgungsgegenstände, keine Autos oder Geräte, deren Sicherheit per TÜV Plakette bescheinigt werden kann. Bezogen auf die häusliche Pflege denke ich hier z.B. Immerhin werden rund 70 Prozent aller Bedürftigen von Angehörigen zu Hause betreut. Sie sind auf ihre Helfer angewiesen, können sich bei Problemen schlecht wehren oder sich nicht einmal äußern. Reinhardtstraße 45 Wer sich da besonders hervortut, sei es durch Forderungen, Unruhe oder schwieriges Verhalten, läuft Gefahr - gewaltsam in die vorgegeben Schranken verwiesen zu werden. Ganz selten erkennen Heim- und Pflegedienstleitungen die Notwendigkeit professioneller Hilfen bei Problemen mit Patienten/Bewohnern oder im Team. Doch wäre es völlig an der Realität vorbeigedacht, wenn man sich die häuslichen Pflegesituationen als eine Idylle vorstellt, frei von jeder Gewalt und Bevormundung. Naturgemäß hat der Helfer gegenüber dem Hilfebedürftigen die stärkere Position, wodurch die Gefahr gegeben ist, diesen zu dominieren und gefügig zu machen. Prof. Dr. Dr. Rolf D. Hirsch, Initiative „Handeln statt Misshandeln – Forum Altern ohne Gewalt“ Die erste Auflage der Schrift wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Mitarbeiterpflege: Beziehungspflege und Burnoutprophylaxe, Effektive Kontrollen von Leistungsanbietern. Telefon: 030 275 93 95 – 0 Im Heim ist er einer unter vielen Bedürftigen die alle ein Anrecht auf individuelle Betreuung haben. Auch Vernachlässigung, finanzielle Ausbeutung oder Freiheitsentzug sind Gewalt. So müssen Pflegekräfte in aller Regel schauen wie sie alleine mit all ihrem Frust und Ärger klar kommen. Da die Pflegenden sich oft selber in einer schwierigen Lage befinden, sei es, weil sie als pflegende Angehörige rund um die Uhr gefordert sind oder zu wenig Personal da ist, um jedem gerecht werden zu können, ist das Gewaltpotential in diesem Umfeld hoch. Konflikte bis hin zu Gewalt kommen auch in der Pflege vor. Der Report ist 2017 in zweiter vollständig überarbeiteter Auflage erschienen. Nicht wenige Pflegebedürftige entwickeln sich zu wahren Haustyrannen, die meine, alles müsse sich um sie drehen. Ganzheitliche Unterstützungsangebote - statt der heute üblichen körperbezogenen "Modulpflege". In Fachbeiträgen und Experteninterviews werden aktuelle Daten aufgezeigt, spezifische Handlungsfelder diskutiert sowie Empfehlungen zur Prävention und zum Umgang mit Gewalt in der Pflege gegeben. Dort kann der Leitfaden in größerer Stückzahl als Broschüre angefordert werden. Stellt man Verwahrlosung oder Zeichen der Misshandlung bei pflegeabhängigen erwachsenen Menschen fest, müsste man sich an die Polizei wenden, die auf diese Problematik jedoch so gut wie gar nicht vorbereitet sind. Im April 2006 hat der Landespräventionsrat NRW einen Leitfaden herausgegeben, den wir an dieser Stelle empfehlen: Gefahren für alte Menschen in der Pflege: Basisinformation und Verhaltenshinweise für Professionelle im Hilfesystem, Angehörige und Betroffene. Gewaltprävention müsste bei den Ursachen ansetzen, also bei der Qualifikation und Unterstützung der Pflegenden, so dass diese in die Lage versetzt werden, angemessen mit schwierigem Verhalten von Patienten/Bewohnern oder Mitarbeitern/Kollegen umzugehen. Erschwerend wirken sich außerdem Beziehungsstörungen aus, wie sie nicht selten anzutreffen sind. Zentrum für Qualität in der Pflege Das hohe Gewaltpotential in der Pflege steht in einem direkten Zusammenhang mit typischen Belastungen und Konflikten, die in diesem Bereich anzutreffen sind und die nicht mit der nötigen Professionalität behandelt werden. Daher ist es von besonderer Bedeutung, pflegebedürftigen und pflegenden Menschen die Unterstützung bereitzustellen, die sie für eine gute Pflege brauchen. Anke Buhl, AWO Schleswig-Holstein Der Bonner Verein Handeln statt Misshandeln - hsm - unter Vorsitz von Prof. Hirsch, setzt sich seit Jahren für Gewaltprävention in der Pflege ein und steht Hilfesuchenden mit Rat und Tat zur Verfügung. Prof. Dr. Thomas Görgen, Deutsche Hochschule der Polizei Zur Kontaktaufnahme schreiben Sie eine E-Mail an: simon.eggert@zqp.de. Hierfür gilt es, ein Klima für einen offenen Austausch zu schaffen. Im Namen der Stiftung ZQP möchte ich mich ausdrücklich bei den Expertinnen und In unserem Bestellbereich finden Sie den gesamten Report und viele weitere kostenfreie ZQP-Produkte zum Herunterladen und Bestellen. Jens Abraham, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Auf dieser Seite lesen Sie eine Zusammenfassung des Reports "Gewaltprävention in der Pflege". Schließlich sind Menschen keine Versorgungsgegenstände, keine Autos oder Geräte, deren Sicherheit per TÜV Plakette bescheinigt werden kann. Wenn Kinder verwahrlosen oder misshandelt werden, tritt das Jugendamt auf den Plan, sofern es Kenntnis davon erhält. Gewaltprävention müsste bei den Ursachen ansetzen, also bei der Qualifikation und Unterstützung der Pflegenden, so dass diese in die Lage versetzt werden, angemessen mit schwierigem Verhalten von Patienten/Bewohnern oder Mitarbeitern/Kollegen umzugehen. Wenn Angehörige Gewalt gegenüber einem pflegebedürftigen Familienmitglied ausüben, liegt sehr häufig ein gestörtes Verhältnis vor, unterschwellige Rachegefühle oder aber eine völlige Überforderung mit der aktuellen Situation. Pflegebedürftige Menschen sind in einer besonders verletzlichen Lage. Die Beispiele zeigen, dass Gewalt und Aggression häufig in Situationen auftreten, in denen sich Menschen psychisch belastet oder frustriert fühlen. Umfassende und leicht verständliche Informationen zum Thema Gewalt in der Pflege, Tipps zur Vorbeugung von Gewalt und Kontaktdaten von Krisentelefonen bietet das kostenlose ZQP-Internetportal: www.pflege-gewalt.de. Selbst ausgebildete Pflegekräften wissen häufig nicht, dass sie es waren die das "schwierige" Verhalten bei einem Bewohner ausgelöst haben. Um dieses zu verhindern, wäre ein spezielles Angebot der Prävention und Intervention erforderlich, welches heute nahezu nicht existiert. Weder in der Theorie noch in der Praxis werden Pflegekräfte zur kritischen Reflektion angeleitet. Report “Gewaltprävention in der Pflege” als PDF öffnen. an eine Tochter, die zeitlebens unter der Herrschaft ihrer Mutter gelitten hatte und nun, da diese von ihr abhängig ist dazu neigt, die Mutter für das ihr zugefügte Leid büßen zu lassen. Du musst tun, was ich sage", Wiesbaden: Gewaltsame Mundpflege mit Folgen, Skandalöse Zustände im Hamburger Vorzeigeheim, Gewalt in der Pflege noch immer ein Tabuthema. Wissen über das Phänomen Gewalt in der Pflege, Thomas Görgen..... 8 ZQP-Analyse: Gewalt in der stationären Langzeitpflege ... zur Prävention und zum Umgang mit Gewalt in der Pflege. Prof. Dr. Gabriele Meyer, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Karola Miowsky-Jenensch, Pflegestation Meyer und Kratzsch, Berlin E-Mail: info@zqp.de Gewalt gegen Kinder, Frauen oder Menschen mit Migrationshintergrund sind im gesellschaftlichen Problembewusstsein verankert. Vergewaltigung des Heinrich auf Anweisung der Betreuerin, Seite befindet sich in Bearbeitung, weitere Berichte werden eingestellt. Bevor in solchen Fällen eingeschritten wird, muss der Pflegebedürftige in einem so jämmerlichen Zustand sein, dass selbst jeder Laie erkennen kann, dass es sich hierbei nicht um ein krankheitsbedingtes Erscheinungsbild handelt, sondern um grobe Misshandlung und Verwahrlosung. Das heißt, wenn ich regelmäßig Hilfe bei alltäglichen Verrichtungen benötige werde ich immer Abstriche hinnehmen müssen, weil ich nicht erwarten kann, dass andere sich völlig in meine Bedürfnislage hineinversetzen und mir jeden Wunsch von den Augen ablesen. Anders als im häuslichen Umfeld, muss sich der Bewohner einer Einrichtung den Gegebenheiten dort anpassen. In der Pflege hat man es mit M… Der ZQP-Report bündelt fundiertes Wissen aus Wissenschaft und Praxis über Gewalt und Gewaltprävention in der Pflege. Die überwiegende Mehrzahl aller Kranken oder Behinderten die von Angehörigen gepflegt werden, dürften sich jedoch glücklich schätzen, Teil einer Familie zu sein, die auch in schweren Zeiten zusammen hält und sich um ein hilfebedürftiges Mitglied kümmert. Dabei hat Gewalt viele Gesichter und fängt nicht erst beim Schlagen an. Sie sind durch ein Machtgefälle zwischen Opfer und Täter gekennzeichnet. Telefax: 030 275 93 95 – 20, Gewalt in der Pflege aus Bevölkerungssicht – 2014. Autoren und Interviewpartner in dem Report in alphabetischer Reihenfolge: Gerda Graf, Ehrenvorsitzende des Deutschen Hospiz- und Palliativ-Verbands e. V. regelmäßig anzutreffen ist und einer willkürlichen Fremdbestimmung aufgrund eines veränderten Machtverhältnisses. Das beste Mittel gegen die Gewalt in der Pflege, ist die Vermeidung oder Durchbrechung der Kreisläufe, in die Pflegebedürftige ebenso wie Pflegende leicht hineingeraten. 10117 Berlin Hier können Sie alle Inhalte der Internetseite finden. Das Sprichwort: "Bist du nicht willig, brauche ich Gewalt", drückt eine Tendenz vieler Menschen aus, die sich in einer Überlegenheitsposition befinden. Kommt außerdem noch Zeitdruck dazu oder/und private Probleme, muss es nicht wundern, wenn sich Pflegekräfte im Ton vergreifen und ihren Unmut an denen auslassen, die sich am wenigsten wehren können. Verbesserung psychosozialer Betreuungskompetenz durch zielgerichtete Angebote in der Aus-, Fort- und Weiterbildung. Ausreichend Personal, so dass Zeit für individuelle Zuwendung vorhanden ist und Patienten/Bewohner nicht im Akkordtempo abgefertigt werden müssen. Sehen Sie hier den Beitrag in der Sendung Panorama. Formen von Gewalt und Aggression in der Pflege. Presseinformation: Neues Internetportal bietet Rat und Hilfe gegen Gewalt in der Pflege (17.01.2018). Dies legen Ergebnisse der ZQP-Studie Gewalt in der Pflege aus Bevölkerungssicht – 2014  nahe. Daniela Sulmann, ZQP. Da ist es verständlich, wenn dem Angehörigen mitunter der Geduldsfaden reißt und durchaus auch harte Worte fallen oder Entscheidungen über den Kopf des Kranken hinweg getroffen werden. Vielmehr halte ich es für normal und auch wichtig, dass Angehörige sich nicht völlig Vereinnahmen lassen und Grenzen setzen. Die Gewalt fängt nicht da an, wenn Kranke getötet werden. Doch das Problembewusstsein bezüglich Gewalt gegenüber alten und insbesondere pflegebedürftigen Menschen ist offenbar nach wie vor gering entwickelt. Unabhängige und ganzheitliche Beratung und regelmäßige Besuche der Beraterin/des Beraters im Haushalt des Pflegebedürftigen, um Probleme frühzeitig erkennen und abstellen zu können. Besonders schwer zu verkraften ist diese Abhängigkeit, wenn keine Aussicht auf Besserung besteht, sondern Verschlechterung befürchtet werden muss. Uwe Brucker, Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) Beim Thema "Gewalt in der Pflege" denken die meisten spontan an schwere körperliche Misshandlungen, während die üblichen Verhaltsmuster der Entmündigung als normale Begleiterscheinung einer Abhängigkeit billigend in Kauf genommen werden. Siegfried Huhn, 2014Gewalt durch Pflegepersonal in Pflegeheimen, Die Gewalt fängt nicht da an, wenn Kranke getötet werden.Sie fängt an, wenn einer sagt: "Du bist krank. Zentrale Informationen, praktische Hinweise und Hilfeangebote sind am Ende des Reports prägnant zusammengefasst. Gewalt in der Pflege noch immer ein Tabuthema; 10.05.2012, Welt Online. ist eine Beratungsstelle für Frauen über 60 Jahren, die gegenwärtig oder in der Vergangenheit Gewalt erfahren haben. Gewalt in der Pflege: Prävention & Maßnahmen für Menschen, die pflegen. Pflegeeinrichtungen sind bewohnt von Menschen, die alle mehr oder weniger darunter leiden, nicht mehr Herr der Lage zu sein und keine Perspektive zu sehen. Sie sind Teil von Gewaltspiralen, wie sie sich in vielfacher Form täglich in Pflegeeinrichtungen abspielen und an deren Ende die völlige Abstumpfung ehemals engagierter Pflegekräfte stehen kann, die dann nicht mehr den Menschen sehen können sondern nur noch nach Schema F funktionieren. Gewalt in der Pflege ist ein ernst zu nehmendes Problem. Solche Abwehrreaktionen sind verständlich, wenn man die Hintergründe kennt. Aggressionen können konstruktiv geäußert werden, als Gefühl positiver Lebenskraft und Energie, zum zielgerichteten Handeln oder als Selbstschutz. Auf der Homepage dieses Vereins finden sie weitere wichtige Informationen: www.hsm-bonn.de, PAULA e.V.