Er erfährt eine geistige Neugeburt und sieht in einer visionären Erscheinung seine Geliebte. Der Zyklus ist das einzige größere Werk, das zu Novalis’ Lebzeiten veröffentlicht und auch von ihm fertiggestellt wurde. Die drei Zyklen sind als Steigerung angelegt; in jeder dieser Stufen wird eine höhere Ebene der Erfahrung und des Wissens erreicht. Die Nacht wird nun verstanden als das Unendliche, das alles Umfassende und das Zeugende. In der fünften Hymne wird die Glaubensgewissheit beschrieben, wohingegen in der sechsten Hymne die Glaubensunsicherheit gezeigt wird. Gelobt sei uns die ew'ge Nacht, Gelobt der ew'ge Schlummer. Ein Traum bricht unsre Banden los Es soll eine universale Mittlerreligion entfaltet werden. Zum Film siehe, Vgl. Sein Ansatz ist also, dass sowohl Antike als auch Christentum Phasen der Götternähe sind. Von den Hymnen existieren zwei verschiedene Fassungen. Der Zyklus wurde zuerst 1800 in der letzten Ausgabe der Zeitschrift Athenäum veröffentlicht. Sie ist größtenteils in rhythmisierter Prosa geschrieben, enthält jedoch auch Verspassagen. Alle Bestandteile der Natur atmen das Licht, auch der Mensch, der als Fremdling bezeichnet wird. Es ist das einzige Werk des Dichters, das von ihm selbst für die Veröffentlichung fertiggestellt wurde und als eines seiner größten und für die Romantik typischsten Texte gilt. Ein Echo unsrer Trauer. Die Druckfassung – die zweite Fassung –, für die Novalis eigentlich den verkürzten Titel „Die Nacht“ vorsah, entstand nur wenig später, im Zeitraum Ende Januar bis Anfang Februar 1800. Trotzdem gibt es Ansätze in der Forschung, die Entstehung des Textes bereits im Jahre 1797 anzusetzen (siehe hierzu 2.3). von A.W. Wir kommen in dem engen Kahn Geschwind am Himmelsufer an. Der Zyklus ist das einzige größere Werk, das zu Novalis’ Lebzeiten veröffentlicht und auch von ihm fertiggestellt wurde. They are often considered to be the climax of Novalis’ lyrical works and the most important poetry of the German early Romanticism. Und Kinder für das Himmelreich In der fünften Hymne können eindeutige Verbindungen zu Schillers „Die Götter Griechenlands“ (1788) gesehen werden. Die erste Hymne kann gedanklich in drei Teile unterteilt werden. In dieser Zeitlichkeit wird nie Die Nacht dient als Platz der Liebe, nicht nur der emotionalen, sondern auch der körperlichen Liebe. Gott selbst sich kundgegeben Nach Qual und Tod verlangten. Der heiße Durst gestillet. Hymnen an die Nacht ist der Titel eines Gedichtzyklus von Novalis (Friedrich von Hardenberg). Die Hymnen wurden immer als Paare konzipiert. Die Geliebte ist auferstanden wie auch Christus. Den Liebenden, Betrübten. Der Sänger ist Repräsentant des Dichters im Text. Das einzelne Leben ist nur als vorübergehende Trennung vom Absoluten zu sehen; alle Ordnungen sind nur vorläufig. Diesen Quellen entstammen verschiedene Elemente aus den Hymnen; z. Wir müssen nach der Heimat gehn, Die Vorzeit, wo in Jugendglut Die Vorzeit, wo die Sinne licht Die abschließende sechste Hymne trägt die Überschrift „Sehnsucht nach dem Tode“. Uralte Stämme prangten Sie wird als sakrales Element gesehen und ist der Raum religiöser Erfahrungen. Es erschließen sich also der Tod, die Liebe und die höhere Welt in einem einzigen Moment. Im lyrischen Ich entsteht dadurch eine Vergewisserung und Sicherheit. Die Menschen verehrten die Sonne; sie verleugneten jedoch ihre Herkunft, die Nacht. Als Fremdling im Licht sehnt sich der Mensch also nach seiner Heimat und seinem Ursprung – der Nacht. Diese Seite wurde zuletzt am 21. Wohl hat der Tag uns warm gemacht Und welk der lange Kummer. Noch mancher seinem Urbild glich. Das heilige Grab kann sowohl als Grab der Geliebten wie auch als Grab Christi gesehen werden. Hymnen an die Nacht / Heinrich von Ofterdingen book. Dagegen spricht jedoch einiges. Dort war ich unbeschreiblich freudig – aufblitzende Enthusiasmus Momente – Das Grab blies ich wie Staub, vor mir hin – Jahrhunderte waren wie Momente – ihre Nähe war fühlbar – ich glaubte sie solle immer vortreten.“ Deshalb wurde die Entstehungszeit der dritten Hymne oft in zeitliche Nähe zu dem geschilderten Erlebnis gesetzt. Schiller dagegen notiert die Entgötterung mit dem Beginn des Christentums. Außerdem sind bis jetzt keinerlei Vorstufen zur handschriftlichen Version der „Hymnen an die Nacht“ gefunden worden. Man kann hier also als Hintergrund die Phase vor dem goldenen Zeitalter ansetzen. Mit banger Sehnsucht sehn wir sie Das Schlussgedicht der vierten Hymne ist Ausdruck der Sehnsucht nach der Nacht und damit Sehnsucht nach dem Tod als Tor zum ewigen Leben. Die Sprecher – der Text ist in der ersten Person Plural geschrieben – beschreiben eine beängstigende Erfahrung der Gottesferne. In der zweiten Hymne wird die (zeitliche) Beschränktheit des Lichts hervorgehoben und mit der zeitlosen und raumlosen Unendlichkeit der Nacht kontrastiert. Gelobt der ew'ge Schlummer. Auf den Dichter selbst bezogen war diese Vorstellung eine entscheidende Hilfe dabei den Nachsterbewunsch zu überleben. Es muss hierbei jedoch im Blick behalten werden, dass beide Gedichte stilisierte Bilder entwerfen. Sie hat in etwa den gleichen Umfang wie die ersten vier Hymnen zusammen. Durchströmt uns süßer Schauer – Im Gegensatz zur christlichen Lehre sind in der fünften Hymne nicht die Apostel die Verkünder der frohen Botschaft. Die Vermittlung zwischen dem Endlichen und dem Unendlichen ist also das Entscheidende. Das lyrische Ich erlebt in dieser Vision das Ungültigwerden des Zeitlich-Vergänglichen; er sieht das ewige Leben aus der Nacht hervortreten. Zum Beispiel ist anzumerken, dass das Graberlebnis im Tagebuch nur beiläufig zwischen Alltäglichem geschildert wird. Als Quellen und Anregungen für Novalis können das Gedanken- und Sprachgut der Mystik und des Pietismus gesehen werden. In hohen Flammen brannten, Gefühle der Sehnsucht nach dem Tode, die zugleich Sehnsucht nach dem ewigen Leben ist, werden deutlich zur Sprache gebracht. Hymnen an Die Nacht: Die Christenheit Oder Europa (Classic Reprint): Novalis, Novalis: 9780331728057: Books - Amazon.ca Novalis sagt, dass die Entgötterung zwischen der Antike und dem Christentum stattgefunden hat. F.L.von Hardenberg (Novalis)- Hymnen an die Nacht- Text und Interpretationsversuch Der Gedichtzyklus erschien 1800 und ist in 2 Fassungen überliefert. Hinunter zu der süßen Braut, Die Nacht ward der Offenbarungen mächtiger Schoos - in ihn kehrten die Götter zurück - schlummerten ein, um in neuen herrlichern Gestalten auszugehn über die veränderte Welt. Die Geliebte wird für den Dichter und für das Ich der Mittler in ihrer frühromantischen Mittlerreligion. Das lyrische Ich, das erst nach der Erwähnung der Nacht auftaucht, empfindet Sehnsucht nach dem Licht. Die jeweils ersten Hymnen beschreiben in einem für Novalis typischen dreistufigen Modell die Entwicklung vom Leben im glücklichen, irdischen Reich des Lichts über eine Phase der schmerzhaften Entfremdung zur Befreiung in der ewigen Nacht. Wir kommen in dem engen Kahn Geschwind am Himmelsufer an. Die Zweite, eine Druckfassung, besteht vorwiegend aus rhythmischer Prosa mit eingesprengten lyrischen Passagen. In der christlichen Mythologie ist dies Christus, in der Privatmythologie nach den Vorstellungen Hardenbergs kann der Mittler für jeden Menschen etwas Verschiedenes, z. Es wird als lebenserweckende Kraft der natürlichen Welt dargestellt. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass Novalis die traditionellen Assoziationen umkehrt. Sie können gewissermaßen als Ausdruck der Ereignisse und Entwicklungen im Leben Hardenbergs zwischen 1797 und 1800 gesehen werden. Diese ist als eine poetisierte Verbindung aus Privatmythologie und christlicher Mythologie zu verstehen. Die Nacht ist nicht nur negativ konnotiert, sondern hat auch das Konnotat der Liebe. Romantic poet Novalis (1772–1801), portrait by Friedrich Eduard Eichens from 1845. Der Gegensatz von Licht und Nacht findet sich auch sprachlich, die Beschreibungen des Lichts gehen mit der Häufung von kurzen, hellen Vokalen (i,ü) einher, die der Nacht mit langen, dunklen Lauten (a,u). Und wenn auch Lust und Leben sprach, 1751), Shakespeares Romeo und Julia (dt. zu Beginn des Jahres 1800 geschrieben. Die dritte Hymne wurde oft als sogenannte „Urhymne“ bezeichnet. Zu beachten ist hierbei außerdem die Figur des Sängers in der fünften Hymne. Eine Übersicht über die verschiedenen Ausgaben findet sich beim Eintrag Novalis und in der Internationalen Novalis-Bibliographie (URL siehe Weblinks). Nun wird uns weh und bange. Die erste – eine handschriftliche Fassung – wurde gegen Ende des Jahres 1799 bzw. Dies kann geschehen im Rausch des Weines, durch die betäubende Wirkung des Bittermandelöls, im Opiumrausch („dem braunen Safte des Mohns“) und auch im Rausch der körperlichen Liebe. Die dritte Hymne spricht nun nicht mehr vom Allgemeinen, sondern berichtet von einem persönlichen, spirituellen Erlebnis des lyrischen Ichs. Des Vaters Hand und Angesicht Wohl hat der Tag uns warm gemacht Dahinter steht der Gedanke, dass zwischen dem Menschen und dem Göttlichen stets ein Mittler steht. Aus diesem Grund wird in der Forschung auch meist die Athenäumsfassung herangezogen. Zu suchen haben wir nichts mehr – Sie beginnt mit einem Lob des Lichts, welches zunächst als Prinzip des Lebens bezeichnet wird. Immer wieder finden wir das Bild einer liebreizenden, lustvollen Frau, gleichzeitig haben wir auch das Bild, dass die Nacht … Hinunter in der Erde Schoß, Weg aus des Lichtes Reichen, Der Schmerzen Wut und wilder Stoß Ist froher Abfahrt Zeichen. The text of Hymns to the Night is the editor's freely revised and amended version of George MacDonald's translation in the following public-domain work: Rampolli: Growths from a Long-Planted Root: Being Translations, New and Old, Chiefly from the German. Hymnen an die Nacht ist der Titel eines Gedichtzyklus von Novalis (Friedrich von Hardenberg). Schlegel 1797) und Jean Pauls „Unsichtbare Loge“ (1793) nachweislich einen Einfluss auf Novalis aus. Die erste Fassung der Hymnen wurde von dem Dichter in Versen zwischen 1799 … Die Geliebte und auch Christus vermitteln somit, dass die Endlichkeit nicht alles ist. Die Liebsten ruhn schon lange. Das Licht, das positive Symbol in der christlichen Religion, das hier jedoch auch als Symbol für den rationalen Verstand und die Aufklärung gesehen werden darf, wird herabgesetzt und die Nacht wird emporgehoben. Die durch den Dichter verkündete Poesie übernimmt also die Funktion des Evangeliums. einsam steht und tiefbetrübt, Das Ich beklagt sich in dieser Hymne über die Geschäftigkeit des Tagewerks. Der Zyklus wurde zuerst 1800 in der letzten Ausgabe der Zeitschrift Athenäum veröffentlicht. Weiterhin übten Edward Youngs „Nachtgedanken“ (dt. Read 9 reviews from the world's largest community for readers. Gelobt sei uns die ew'ge Nacht, Gelobt der ew'ge Schlummer. Der Zyklus wurde zuerst 1800 in der letzten Ausgabe der Zeitschrift Athenäum veröffentlicht. Die Lust der Fremde ging uns aus, Zum Vater wollen wir nach Haus. Das lyrische Ich erlangt die Erkenntnis, dass am Ende das ewige Bündnis mit seiner Geliebten stehen wird. In August 1800, eight months after completion, the revised edition of the Hymnen an die Nacht was published in the Athenaeum. Nun folgt auf die Ernüchterung die Erkenntnis: Das Ich beschreibt, wie der Eingeweihte der Nacht am Tage begegnen kann. Der Tod wurde nur beschönigt durch die Vorstellung des Todes als Bruder des Schlafes. [2] Der Weg dorthin wird vom lyrischen Ich als eine Wallfahrt zum heiligen Grab unter der Last des Kreuzes gesehen. Mir deucht, aus tiefen Fernen scholl In jedem dieser Teile kann das gleiche Grundmuster gefunden werden. Die Erscheinung Christi löst das Rätsel und den Schrecken des Todes, da die Menschen in seiner Nachfolge zum ewigen Leben gelangen werden. Schiller stellt in seinem Gedicht dar, dass die Menschen in der Antike göttlicher waren, weil die Götter menschlicher waren. Er berichtet nun von einem mystischen Erlebnis an diesem Grab, in dem er die Aufhebung von Raum und Zeit empfindet. Und senkt uns in des Vaters Schoß. Parlando, Berlin 2000. Das lyrische Ich berichtet nun von einem Ereignis des Schmerzes in seinem Leben, das jedoch nach dem gleichen Initiationsschema wie in der ersten Hymne gestaltet ist und sich am Ende der dritten Hymne in ein spirituelles, positives Erlebnis umkehrt. Hierunter fallen unter anderem der Tod Sophie von Kühns, die Verlobung mit Julie von Charpentier, die Studienzeit an der Freiberger Bergakademie, gedankliche Auseinandersetzungen mit den Zusammenhängen zwischen Geist und Natur und vielfältige Überlegungen über die Natur. Dafür könnten doch auch die frühitalienische Dichtung des Stil Novo und Dantes Komödie (hier insbesondere die Figur von Beatrice, Vermittlerin zwischen dem Dichter und Gott im Paradies) von Bedeutung gewesen sein. In der zweiten Phase der Triade, der Spätantike, führt die unzureichende Integration des Todes zum Zerfall. Die Ich-Erzählung wird fortgesetzt, der Sprecher klagt nun nicht mehr über das Tagwerk, sondern ist bereit, es im Fleiß zu erfüllen. Dennoch gelingt es Novalis aus diesen Elementen etwas Eigenes zu erschaffen, das mit dem Terminus frühromantische Mythologie bezeichnet werden kann. Die Assoziationen zur Nacht sind zuerst geprägt von Gefühlen der Einsamkeit und Leere und beeinflusst von gescheiterten Hoffnungen. Er zieht aus, um die Botschaft von Tod und Erlösung zu verkünden. Gemeint ist hier die Zufälligkeit der einzelnen Form des Ichs und die Berufung zu einem höheren Ich. Die Welt war von Göttern bewohnt und die Menschen schwebten in einem Festrausch des Lebens. Diese wird in den Hymnen als die griechische Antike gesehen. Stattdessen wird in der fünften Hymne eine Geschichte der Menschheit, nach dem bekannten romantischen Triadenmodell, entworfen. Und frühem Tod in Liebesmut Die Nacht ist Element allen Lebens und ist erfreulich und erstrebenswert. Mit der Geliebten wird die ewige Brautnacht vollzogen. Die jeweils zweiten Hymnen schildern das ernüchternde Aufwachen aus der Vision und die Sehnsucht nach der Rückkehr zu dieser Vision. Gefühle der Geborgenheit und der Neugeburt durch die Mutter Nacht werden nun geäußert. Die romantische Triade beginnt mit einer glücklichen „Ur-Zeit“. Die ewige Brautnacht wird hier abermals erwähnt. : „Unverbrennlich steht das Kreuz – eine Siegesfahne unseres Geschlechts.“ Zitiert nach: Andreas Blödorn: [Werkartikel], https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Hymnen_an_die_Nacht&oldid=197980228, „Creative Commons Attribution/Share Alike“. Was soll uns dann das Neue. Der Tod hatte für die Menschen dieser Zeit keinen Sinn und war einfach das Ende der Existenz; er war nicht in das Leben integriert. Hymnen an die Nacht ist der Titel eines Gedichtzyklus von Novalis (Friedrich von Hardenberg). Der zentrale Punkt ist hier der Tod und die Auferstehung. Das Alte wird hintangestellt, Um diese heil'ge Zeit zu sehn. Hymne von Bedeutung ist (siehe hierzu 2.5). Getrost, die Abenddämmrung graut Es wird hierin schon eine gewisse Spannung angezeigt. Diese Fassung ist in Versen abgefasst. Dieser als Schlaf bezeichnete Rauschzustand steht im Gegensatz zum Schlaf des Philisters, die ihn als "Thoren verkennen". Aber das Ich erkennt auch, dass die Herrschaft des Lichts nur begrenzt ist, die Herrschaft der Nacht jedoch zeitlos und raumlos. Der Grundgedanke der dritten Hymne war Novalis wohl aufgrund seiner religiösen Herkunft und durch Fichte und Jean Paul bekannt. Die Menschen noch erkannten, In dunkle Nacht gehüllet, Letzteres wird besonders deutlich in dem Versteil, der die vierte Hymne beschließt. 1798 legt Novalis sein erstes Buch mit dem schönen Titel Blütenstaub vor. Die Hymnen an die Nacht sind ein von Georg Friedrich Philipp von Hardenberg, auch bekannt unter dem Pseudonym Novalis, verfasster, aus sechs Texten bestehender Gedichtzyklus, welcher 1800 in der letzten Ausgabe der Zeitschrift Athenäum veröffentlicht wurde. Und sandten uns der Sehnsucht Hauch. Die Lust der Fremde ging uns aus, Ihr Grab schließt unsern Lebenslauf, Dieser Artikel behandelt den Gedichtzyklus von Novalis. Dies geht darauf zurück, dass Novalis in diesem Abschnitt scheinbar autobiographisch schreibt. Mai 1797. Wer heiß und fromm die Vorzeit liebt. B. auch die verstorbene Geliebte, sein. Die Lieben sehnen sich wohl auch Diese können in drei Teile zu je zwei Hymnen gegliedert werden. Es existieren keine Vorstufen zur handschriftlichen Fassung der Hymnen. Novalis’ Absicht in den Hymnen ist es, diese beiden Vorstellungen zu verschmelzen, um daraus eine speziell frühromantische Mythologie zu schaffen. Diese Prosafassung wurde von Novalis selbst als Druckfassung ausgewählt und kann daher als die endgültige, näher an seinen Absichten liegende, Gestaltung gesehen werden. Auf die Begeisterung folgt nun die Ernüchterung, da auf die Nacht stets auch der Morgen folgt. . Er zitiert nahezu wörtlich aus seinem Tagebuch vom 13. Mit unsrer Lieb und Treue. Der Ausdruck des Verlangens nach Haus und Heimat knüpft wieder den Rahmen zur ersten Hymne, in der der Mensch als Fremdling bezeichnet wurde. Und hohen Sinns, einfältiglich Hinunter in der Erde Schoß, Weg aus des Lichtes Reichen, Der Schmerzen Wut und wilder Stoß Ist froher Abfahrt Zeichen. Novalis‘ Hymnen an die Nacht ist in sechs Kapitel, die Hymnen, unterteilt. Die Liebe in einem Mutter-Kind-Verhältnis, zwischen der Nacht, von Novalis als "Weltkönigin" personifiziert, und dem Ich, weicht nun der Liebe zur Gesandten der Nacht, der Geliebten. . Hier lassen sich deutliche Verschmelzungen von privater Mythologie und biblisch-christlichen Vorstellungen erkennen. Das eingangs erwähnte dreistufige Modell kann in dieser Hymne sehr deutlich gesehen werden. Christus hat für die Menschheit die gleiche Mittlerfunktion, wie die Geliebte für den Sprecher der ersten vier Hymnen. Es kann vielmehr davon ausgegangen werden, dass Novalis sich im Zuge der Niederschrift der Hymnen bewusst an dieses Graberlebnis erinnert hat und dies sukzessive und nachträglich zu einer Initiation auf eine höhere Erkenntnisebene ausgestaltet hat. Das Ich ist im Verlauf der ersten Hymne reifer geworden und hat somit eine Initiation durchgemacht. Die Lust der Fremde ging uns aus, Zum Vater wollen wir nach Haus. Unendlich und geheimnisvoll Wichtig ist, dass die Nacht auch zum Raum der Liebe wird, ja die Nacht hat erst den Sinn im Sprecher für die Erfahrung der Liebe geöffnet. Der zweite Teil der ersten Hymne setzt die Nacht dem Licht entgegen. Man kann sagen, dass die Hymnen gewissermaßen ein Evangelium darstellen. Wie die dritte Hymne mit der ersten Hymne, so korrespondiert die vierte Hymne mit der zweiten. Thema ist hier also nicht die Nacht als Zeitpunkt des Schlafes und der Ruhe, sondern die Nacht in einer symbolischen Bedeutung. London; New York: Longman's, Green, 1897. Zur Lösung dieses Problems setzt Novalis das Konzept der frühromantischen Mittlerreligion. Sie ist im Ton des geistlichen Liedes gehalten und stellt wiederum die Ernüchterung nach der Begeisterung dar. Sie werden zusammen mit seinen Geistlichen Liedern als Höhepunkt seiner Lyrik angesehen[1] und können als die bedeutendste Dichtung der Frühromantik bezeichnet werden. Im dritten Abschnitt verschwindet diese Sehnsucht nach dem Licht jedoch und weicht dem Verständnis der geheimnisvollen Nacht. Zu Jesus, dem Geliebten – (= Edition Christian Brückner). Sprecher des Textes ist zwar nicht Novalis, sondern ein lyrisches Ich, aber dennoch beinhalten die Hymnen viele autobiographische Elemente oder begünstigen zumindest eine solche Lesart. Geweiht sein süßes Leben. Damit er uns nur teuer blieb. Der Tod wird nun als Schwelle zum ewigen Leben gesehen und ist somit angemessen in das Leben integriert. März 2020 um 22:56 Uhr bearbeitet. Daher vollzieht sich in der fünften Hymne ein Perspektivenwechsel und die Form der Ich-Erzählung wird durch eine Erzählung in der dritten Person abgelöst. In diesem Zuge ändert sich auch der Ton, denn das Präsens weicht dem Präteritum der Ich-Erzählung. Der Rausch war also eingeschränkt durch das ungelöste Problem des Todes. Das Herz bleibt jedoch der Nacht fest und treu verbunden. Die Geliebte wird als „Sonne der Nacht“ beschrieben, als eine Synthese aus Licht und Nacht, was als Vorausdeutung auf die Aufhebung aller Grenzen und die neue Einheit gesehen werden kann. Zum Vater wollen wir nach Haus. Darin beschreibt er, wie er ein außergewöhnliches Erlebnis am Grabe Sophies hatte: „Abends ging ich zu Sophieen. Inhaltlich legt der Sprecher dar, wie er in Schmerzen aufgelöst am Grab seiner Geliebten stand. Novalis gibt in dieser Hymne einen religionsgeschichtlichen Überblick von der Antike bis zu seiner Gegenwart. Diese beginnt mit der Geburt Christi. Und welk der lange Kummer. Wohl hat der Tag uns warm gemacht Und welk der lange Kummer. Im Gegensatz zur Versfassung zielt die Prosafassung weniger auf das Subjektive und Private ab. Das Ich weiß, dass es einen letzten Morgen geben wird, nach dem die Nacht, die Teilhabe am höheren Sein, ewig sein wird. Doch manches Herz für Liebe brach. und gelesen von Christian Brückner, Regie: Waltraud Brückner, Musik: Kai Brückner. Die fünfte Hymne ist die längste der sechs Hymnen und wechselt zwischen Versform und Prosa. Zusätzlich sollte Schillers „Die Götter Griechenlands“ (1788) genannt werden, was besonders für die 5. Das Herz ist satt – die Welt ist leer. B. die Nacht als Mutter oder das Motiv der Liebenden, die über den Tod hinaus verbunden sind, und die Verehrung des Grabes des Geliebten als heiligen Ort. Und Angst und Schmerz nicht von sich trieb, Die Vorzeit, wo noch blütenreich Die Gedichte Schillers und Hardenbergs bewerten die Ankunft des Christentums jedoch vollkommen unterschiedlich. Nicht mehr war das Licht der Götter Aufenthalt und himmlisches Zeichen - den Schleyer der Nacht warfen sie über sich. Der Text besteht aus sechs Hymnen. Weiterhin kann die Nacht auch im Zauber von alten Geschichten (aus der goldenen Zeit) liegen. Was sollen wir auf dieser Welt Wie durch die Verknüpfung mit Christus bereits angedeutet, ist in der fünften Hymne nicht mehr die subjektive, private Erfahrung Hauptthema. Dieses Übergangszeitalter wird jedoch mit Beginn der dritten Phase der Triade überwunden. Der gemeinsame Kernpunkt beider Texte ist, dass die Gegenwart als seelenlos empfunden wird. Oh! Was hält noch unsre Rückkehr auf, Hörbuchfassung: Hymnen an die Nacht, 1 Audio-CD, hrsg. Diese Hymne hat Anlass zu zahlreichen Überlegungen bezüglich möglicher Vorstufen der „Hymnen an die Nacht“ gegeben. Die eine Fassung ist in Versen geschrieben und handschriftlich überliefert. Gelobt sei uns die ew'ge Nacht,